Portico Quartet begibt sich mit „Terrain“  auf jazzig-minimalistische Ambient-Reisen
Portico Quartet. Photo: Hannah Collins.

Portico Quartet begibt sich mit „Terrain“ auf jazzig-minimalistische Ambient-Reisen

April 7, 2021 0 Von Alexander Antonakis

Zugegeben, gehört hatte ich zuvor von dem Portico Quartet bislang noch nicht. Umso mehr erfreute es mich, als ganz unerwartet mit der Bemusterung ihres anstehenden Albums „Terrain“ ein musikalisches Geschenk im E-Mail-Postfach landete, das beim Anhören eine geballte Ladung an Endorphinen freisetzt.

Zunächst wollte ich wissen: Wer steckt eigentlich hinter diesem dreist guten Portico Quartet? Es handelt sich um eine britische Band aus London, gegründet 2005. Die Besetzung: Duncun Bellamy (Schlagzeug, Klavier), Jack Wyllie (Saxophon, Klavier, Synthesizer), Milo Fitzpatrick (Kontrabass) sowie Keir Vine, der mit dem Einsatz des Musikinstruments Hang den Produktionen seinen unverkennbaren ethnischen Sound verleiht. 2007 erschien mit „Knee-Deep in the North Sea“ ihr Debütalbum auf Real World Records. Es folgten auf dem Label drei weitere Alben, bevor 2015 „Living Fields“ auf Ninja Tune veröffentlicht wurde. Seit 2017 ist Gondwana Records ihre Homebase. Nun hat das Quartett mit „Terrain“ für Mai einen neuen Longplayer angekündigt, der aus drei epischen Stücken besteht.

Als das Album 2020 in ihrem Studio in East London entstand, befand sich die Welt mitten in der Corona-Pandemie und in Lockdown-Phasen. Zeit, Bilanz zu ziehen und neue musikalische Wege einzuschlagen. Für den indischen Schriftsteller Arundhati ist die Pandemie ein „Portal, ein Tor zwischen einer Welt und der nächsten“. Das trifft auch auf die Musik von „Terrain“ zu, mit dem die Band wesentlich längere, sich langsam entfaltende Stücke präsentiert, die womöglich die künstlerisch freiesten und und schönsten sind, die das Quartett je produziert hat.

Wyllie dazu: „Wyllie expands: “We’ve always had this side of the band in some form. The core of it is having a repeated pattern, around which other parts move in and out, and start to form a narrative. We used to do longer improvisations not dissimilar to this around the time of our second record Isla. On Terrain we’ve really dug into it and explored that form. I suppose there are obvious influences such as American minimalism, but I was particularly inspired by the work of Japanese composer Midori Takada. Her approach, particularly on ‘Through the Looking Glass’, where she moves through different worlds incorporating elements of minimalism with non-Western instruments and melodies were at the front of my mind when writing this music”.

„Terrain“ erscheint am 28. Mai auf Gondwanda/Groove Attack.

www.porticoquartet.com

www.gondwanarecords.com

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