Once Upon a Time by Talida – Vodcasts über die elektronische Musikszene authentisch erzählt
Talida Wegener ist seit den 1990er-Jahren ein fester Bestandteil der elektronischen Musiklandschaft. Oft im Hintergrund, doch immer dicht am Puls des Geschehens. Sie hat unzählige Nächte, Umbrüche und Hypes miterlebt und sich dabei ihre feine Sensibilität für Menschen und besondere Momente bewahrt. In ihrer Vodcast-Reihe „Once Upon a Time by Talida“ spricht sie mit altbekannten Persönlichkeiten der Szene, darunter Techno-Ikone Jeff Mills, DJ Karotte, Cinthie und Meat sowie mit Tresor-Gründer Dimitri Hegemann.
Über viele Jahre arbeitete Talida Wegener eng mit Sven Väth zusammen, organisierte Bookings, Events und Touren. Sie arbeitete darüber hinaus mit Künstlern wie Carl Cox, Richie Hawtin, Ricardo Villalobos und Guy Gerber zusammen und hat zahlreiche Bookings für nationale und internationale Acts organisiert. Kurzum: Sie kennt das Business von ganz oben bis ganz innen.
In ihrem Vodcast lädt sie genau diejenigen Leute ein, die alte Rave-Geschichten und aktuelle Entwicklungen der elektronischen Musikszene aus erster Hand mitbringen. Ganz intim, in ihrem Bus. Keine großen Bühnen, eher ein Gespräch wie spät abends am Küchentisch: offen, direkt und nah dran. Wie ein lockerer Talk nach einer langen Nacht – ehrlich, manchmal trocken, manchmal überraschend nah dran und immer mit viel Lachen.
In deinen Vodcasts erzählen prägende Persönlichkeiten der Clubkultur über ihre Geschichten aus der elektronischen Musikszene, von den 1990er-Jahren bis hin zu aktuellen Entwicklungen im Nightlife. Wie bist du damals in diese Welt geraten, und wann ging es für dich los?
Bei mir begann alles 1994. Ich hatte eine Anzeige gesehen und mich bei Eye Q Records / Harthouse beworben. Allerdings ohne Erfolg. Den Job, auf den ich es ursprünglich abgesehen hatte, habe ich nicht bekommen. Stattdessen rief man mich an und bot mir Büroarbeit sowie das Booking für Sven Väth an. Ich dachte mir: Why not, Hauptsache, ich bin im Musikbusiness.
Schon beim ersten Betreten des Büros hat mich die Atmosphäre sofort gepackt. Ich war bereit, alles zu machen. Im Zweifel auch die Toiletten zu putzen. Stattdessen bin ich direkt voll eingestiegen, hochmotiviert und mit dem Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein. Nach wenigen Monaten wurde klar, dass Sven und ich einen außergewöhnlich guten Draht zueinander haben. Ich begann, ausschließlich für ihn zu arbeiten, daraus entwickelte sich später das gesamte Cocoon-Imperium.
Hatte dich die elektronische Musik seinerzeit schon geflasht?
Mit elektronischer Musik hatte ich anfangs noch kaum Berührungspunkte. Ich war nicht einmal feiern und fand den Sound anfangs ehrlich gesagt eher schrecklich (lacht). Heute, über 30 Jahre später, blicke ich auf eine lange Reise im Musikbusiness zurück – mit unzähligen Erfahrungen, die mich geprägt haben. Wer tiefer in meine Geschichte eintauchen möchte: In meinen Talks erzähle ich immer wieder ausführlich davon.
Hier geht es zu den Vodcasts: Once Upon a Time by Talida
Im Eifer der Nacht passieren oft die verrücktesten Dinge. Es gibt Momente, die man nie vergisst. Welches Erlebnis ist dir bis heute besonders im Gedächtnis geblieben?
Auf Koh Phangan, bei einer Full-Moon-Party, habe ich einmal so ausgelassen gefeiert, dass ich irgendwann einfach am Strand eingeschlafen bin. Als ich wieder aufwachte, hatte ich keine Ahnung, wo meine Leute waren. Ich fragte jemanden, und der meinte nur: „Da hinten im Dschungel geht noch was.“ Also bin ich losgezogen – und tatsächlich: Mitten im Dschungel stand ein Open-Air-Club, der in einen Baum gebaut war. Erst gab es frisches Obst zur Stärkung, Bananen, Ananas, Mango, und dann ging die Nacht einfach weiter.
Wenn du dir selbst eine Frage zu deiner langjährigen Verbindung zur Club- und Partykultur stellen müsstest – welche wäre das, und wie würde deine Antwort ausfallen?
Ich frage mich manchmal: Würde ich alles noch einmal genauso machen? Und die ehrliche Antwort ist: ja. Natürlich gab es Höhen und Tiefen, aber all diese Erfahrungen, die Menschen und die unzähligen Nächte haben mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Wenn ich zurückblicke, bleibt vor allem eine Frage: Wo ist die Zeit geblieben? Es waren so viele intensive, schöne und auch verrückte Momente. Und am Ende überwiegt vor allem eines: Dankbarkeit, das alles erlebt zu haben.
Die bisherigen Vodcasts: